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Pfarrkirche St. Rochus Bruch

Die Pfarrkirche Sankt Rochus Bruch St. Rochus Bruch
Schon im Jahre 1169 wurde ein Theoderich “Priester von Bruch“ urkundlich genannt. Eine Kirche zu Bruch wird im Jahr 1226 in einer Urkunde des Trierer Domkapitels erwähnt, welches Zeugenaussagen dafür beibringt, dass die Güter dieser Kirche ihm, und nicht dem Theoderich von Bruche gehören. Eine Filialkirche in Bruch, die der Halbmutterpfarrei Dreis zugeordnet war, wurde im ersten Kirchenverzeichnis des Jahres 1350 genannt. Anlässlich der ersten tridentinischen Visitation des Landkapitels Piesport, im Jahre 1569, wurden die Kapellen Bruch und Gladbach als Filialen der Pfarrei Dreis aufgeführt. Die Visitationsakten von 1669 berichten ausführlicher von der Kapelle zu Bruch. Der Pfarrer von Bruch war verpflichtet auf Christi Himmelfahrt und Gründonnerstag in der Kapelle zu Bruch Gottesdienst zu halten. dafür gewährte ihm der Burgherr einen Imbiss. Die Kapelle gehörte bis zum Jahre 1808 zur Pfarrei Dreis. Bei der genannten Kapelle kann man mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es sich um die örtliche Burgkapelle handelt. Diese Kapelle stammt aus der Zeit um 1300.

Obwohl Bruch schon 1745 bemüht war, eine selbstständige Pfarrei zu werden, gelang dies erst nach dem ganz Europa sowohl politisch als auch kirchlich im Umbruch war. Napoleon Bonaparte schloss im Jahre 1801 mit Papst Pius VII das Französische Konkordat ab, das die religiösen Verhältnisse im Land neu regelte. 1802 traten die vereinbarten Bestimmungen in Kraft. Bruch befand sich 1803 als Sukkursalpfarrei (Hilfspfarrei) im Kanton Dudeldorf mit der Hauptpfarrei Speicher in der Diözese Metz. 1805 und 1808 erhielten die Pfarreien wieder eine neue Organisation. 1805 wurde Bruch zur Pfarrei erklärt. Zu ihr zählten die Filialen Gladbach, Niersbach und Greverath. Von diesen drei Ortschaften gehörte nach 1808 nur noch Gladbach zur Pfarrei Bruch. Nach dem Wiener Kongress 1815 erfolgte die Angliederung der linksrheinischen Rheinlande an Preußen. Die dem Bistum Metz zugewiesenen Pfarreien wurden wieder dem Bistum Trier angeschlossen. So auch die Pfarrei Bruch mit der Filiale Gladbach im Jahre 1817. Die Pfarrei Bruch wurde ab 1827 dem Dekanat Wittlich zugeordnet, bevor sie dann 1869 zum Dekanat Piesport kam und ab 1924 zum Dekanat Klausen gehörte. Seit 2004 zählt Bruch mit 40 weiteren Pfarreien zum Dekanat Wittlich.

Als Bruch 1805 zur eigenständigen Pfarrei erklärt wurde, lag es nahe ein Gotteshaus zu bauen. Zwar existierte in Bruch die Burgkapelle, aber diese war im Privatbesitz. Eine Gemeindekapelle gab es nicht. In einer Zeit als der Kirchenbau allgemein in ganz Deutschland zum Erliegen kam, begannen die Brucher 1807 mit dem Bau ihrer Pfarrkirche. Sie wurde von den Einwohnern aus Bruch und ihrem eigenen Vermögen gebaut – wie das Inventarium vom 28.10.1823 mit Stolz hervorhebt.  Die Gemeinde wählte für ihre Kirche eine felsige Anhöhe unterhalb des Galgenbergs. Seitdem thront die Kirche Sankt Rochus über einem großen Teil  des Dorfes. Bei der Kirche handelt es sich um einen einfachen Saalbau, dessen Mauerwerk größtenteils aus Bruchsteinen besteht. Für die Erweiterung in den Jahren 1872  bis 1874 gab es im Wesentlichen zwei Gründe. Zum einen wurde  die Kirche aufgrund  der steigenden Bevölkerungszahl zu klein, zum anderen war der westliche Kirchengiebel baufällig geworden. Der einfache Saalbau wurde auf eine Länge  von ca. 31,30 m vergrößert und durch einen hohen, spitzen, von der Front abgerückten Glockenturm erweitert. Das Kircheninnere konnte im verlängerten Kirchenschiff, in der Seitenkapelle und auf der Empore mehr Besucher aufnehmen. An der Stelle, an der die Kirche erweitert wurde, befindet sich außen am Sockel ein Sandstein. Darauf zu lesen ist der Name eines der ersten Steinzeugtöpfer, die aus dem Westerwald nach Bruch kamen. Vor der Kirche befinden sich auf einem weiteren Sandstein Symbole des Töpferhandwerks. Diese Steine sollen an das damals in Bruch florierende Töpferhandwerk erinnern. Hervorzuheben ist auch hier, dass die Erweiterungsmaßnahmen einzig und allein durch die Gemeinde Bruch finanziert wurden, es gab keine finanzielle Unterstützung weder vom Staat noch von der Domkirche.
Weshalb die Brucher den Heiligen Rochus zu ihrem Schutzpatron ernannt haben, lässt sich nicht eindeutig zurückverfolgen. Anzunehmen ist, dass es damals „in“ war einen der beliebtesten Pestpatrone zu wählen.
Nach diversen Umbaumaßnahmen im Kircheninneren präsentiert sich heute die Kirche mit einigen Sehenswürdigkeiten dem Kirchenbesucher. Sehenswert sind u.a.:
·    der Hochaltar aus dem Jahre 1908
·    die barocke Kanzel aus dem Jahre 1816
·    der reich verzierte Beichtstuhl aus dem 18. Jahrhundert
·    die um das Jahr 1700 gefertigte Pieta
·    die von Pfarrer Schröder gestiftete Orgel
·    der Marienaltar
·    die rundbogigen Nazarenerfenster
Weitere detailliertere Informationen über die Pfarrkirche Kirche Sankt Rochus Bruch gibt es in einer Festschrift, die anlässlich des Jubiläumsjahrs 2007 erschienen ist.